Monteuer installiert Solarpanel auf einer Photovoltaikanlage unter blauem Himmel.

Energetische Sanierung: Chance für die Wohnungswirtschaft

Die Anforderungen an zukunftsfähige Wohngebäude steigen kontinuierlich. Damit rückt auch die energetische Sanierung stärker in den Fokus der Wohnungswirtschaft. Sie eröffnet die Möglichkeit, Bestände technisch, ökologisch und wirtschaftlich für kommende Jahrzehnte auszurichten. Gerade im Mietwohnungsbestand gewinnt deshalb eine strukturierte Planung an Bedeutung, um Maßnahmen verlässlich zu priorisieren und langfristig wirksam umzusetzen.

Aus dem Inhalt

Was bedeutet energetische Sanierung im Wohnungsbestand?

Die energetische Sanierung im Wohnungsbestand beschreibt einen systematischen Prozess, der über klassische Instandhaltungsmaßnahmen deutlich hinausgeht. Während Instandhaltung vor allem den baulichen Zustand erhält, verfolgt die energetische Modernisierung das Ziel, den Energiebedarf eines Gebäudes zu senken, CO2-Emissionen zu reduzieren und Effizienzstandards zu verbessern. Dazu gehören sowohl Maßnahmen an der Gebäudehülle als auch an der technischen Anlagentechnik.

Im Unterschied zu Einzelmodernisierungen ist die energetische Sanierung im Mietwohnungsbestand häufig Bestandteil einer umfassenden Bestandssanierung, bei der ganze Wohnanlagen und Immobilienportfolios betrachtet werden. Für Wohnungsunternehmen bedeutet dies, Investitionen mit regulatorischen Vorgaben, verfügbaren Förderoptionen und dem langfristigen wirtschaftlichen Betrieb ihrer Bestände in Einklang zu bringen.

Warum die energetische Gebäudesanierung jetzt notwendig ist

Die Notwendigkeit, im Wohnungsbestand energetisch zu sanieren, ergibt sich vor allem daraus, dass über 75 Prozent der Wohngebäude und Wohnungen in Deutschland mit Öl- oder Gasheizungen betrieben werden. Mit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) und dem Wärmeplanungsgesetz (WPG), die seit 2024 gelten, wird die Wärmeversorgung schrittweise auf mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien umgestellt. Da erneuerbare Heiztechnologien im Bestand bislang nur begrenzt verbreitet sind, entsteht für Wohnungsunternehmen entsprechender Handlungsbedarf. Energetische Gebäudesanierung schafft in diesem Kontext die Grundlage, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten, Kostenentwicklungen besser zu steuern und die langfristige Leistungsfähigkeit des Wohnungsportfolios zu erhalten.

Wesentliche Handlungsfelder der energetischen Gebäudesanierung

Eine wirksame energetische Gebäudesanierung gelingt, wenn die zentralen technischen und strukturellen Bereiche eines Wohngebäudes gemeinsam betrachtet werden. Dadurch entsteht die Grundlage für eine energieeffiziente Sanierung, die sowohl den energetischen Zustand als auch den Betrieb verbessert. Im Wesentlichen lassen sich vier Handlungsfelder unterscheiden:

1. Gebäudehülle und Wärmeschutz

Eine – teilweise – modernisierte Gebäudehülle hilft, Wärmeverluste zu reduzieren und das energetische Ausgangsniveau eines Gebäudes zu optimieren. Maßnahmen wie Dämmung von Fassade und Dach, die Ertüchtigung von einzelnen Deckenbereichen oder der Austausch ineffizienter Fenster verbessern den Heizwärmebedarf und tragen zu höherem Wohnkomfort und geringerer Feuchteanfälligkeit bei.

2. Von Wärmepumpe bis Fernwärme

Ein moderner Wärmeerzeuger verstärkt die Effekte einer energetischen Sanierung wesentlich. Der Wechsel zu Wärmepumpen, Fernwärme oder hybriden Systemen optimiert die CO2-Bilanz und verringert die Systemtemperaturen. Ergänzend sorgt eine optimierte Wärmeverteilung – etwa über hydraulischen Abgleich oder präzise Regelungstechnik – für ein insgesamt stabileres Anlagenverhalten.

3. Digitalisierung und Betriebsführung

Digitale Mess- und Monitoringlösungen ermöglichen es, Anlagenzustände kontinuierlich zu analysieren und energetische Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen. Verbrauchsdaten, Submetering und modellbasierte Auswertungen schaffen damit die Grundlage, den Gebäudebetrieb zu optimieren und ESG-relevante Kennzahlen belastbar abzuleiten. Gleichzeitig verbessert ein datenbasierter Betrieb die technische Verfügbarkeit und senkt langfristige Verbrauchskosten.

4. Quartiers- und serielle Konzepte

Quartiersbezogene Konzepte eröffnen die Möglichkeit, Wärmeversorgung und Gebäudestrukturen gemeinsam zu optimieren und so energetische Sanierung auf ein höheres Skalenniveau zu heben. Serielle Verfahren – wie vorgefertigte Fassadenelemente oder standardisierte technische Module – verkürzen Planungs- und Bauzeiten und eignen sich besonders für Portfolios mit ähnlichen Gebäudetypen.

Energetische Modernisierung in der Wohnungswirtschaft

Energetische Gebäudesanierung zeigt maximale Effekte, wenn Gebäude nicht mehr als einzelne Projekte, sondern als zusammenhängendes Portfolio gedacht werden. Durch eine strukturierte Bestandsaufnahme, die Typisierung nach Baualtersklassen und die Priorisierung nach CO2-Potenzialen entsteht ein belastbarer Sanierungsfahrplan, der technische, wirtschaftliche und förderrechtliche Aspekte zusammenführt. Erkenntnisse aus einer Energieeffizienzberatung helfen zusätzlich, Zielpfade fundiert abzuleiten und Portfolios im Sinne von ESG und EU-Taxonomie einzuordnen. Für Bestandshalter ergeben sich daraus klare Vorteile, weil Investitionen konsistenter gesteuert und energetische Verbesserungen systematisch in die Gesamtstrategie eingebettet werden können.

Sie planen eine energetische Sanierung von Wohngebäuden? Wir sind für Sie da

&ENSA arbeitet nach einem praxiserprobten 3-Stufen-Plan. Als One-Stop-Shop übernehmen wir für Sie aber nicht nur Analyse, Energieeffizienzberatung und Generalplanung, sondern auch die komplette Umsetzung Ihrer Sanierungsvorhaben. So entstehen Projekte, die CO2-Bilanzen verbessern, Fördergelder sichern und den Kapitalwert Ihrer Immobilien nachhaltig steigern.

Bestandssanierung im Portfolio

Bausteine für eine gelungene Umsetzung

Eine erfolgreiche Umsetzung im Mietwohnungsbestand erfordert ein methodisches Vorgehen, das technische, wirtschaftliche sowie regulatorische Aspekte zusammenführt. Die folgenden Schritte bieten eine praxisnahe Orientierung für Wohnungsunternehmen, die eine Generalplanung für die energetische Sanierung strategisch im Portfolio verankern möchten:

  • Datengrundlage erfassen: Die Qualität jeder Planung hängt von belastbaren Bestandsdaten ab; dazu gehören energetische Kennwerte, Verbrauchsdaten, bauliche Informationen und CO2-Profile.
  • Portfolio segmentieren: Durch eine Einordnung nach Baualtersklassen, Gebäudetypologien und energetischem Ausgangszustand lassen sich Maßnahmenfelder und Prioritäten systematisch ableiten.
  • Sanierungsszenarien entwickeln: Verschiedene technische Varianten – etwa Effizienzhaus-Niveaus, Investitionspfade oder erneuerbare Wärmelösungen – werden gegenübergestellt, um tragfähige Modernisierungsoptionen zu identifizieren.
  • Fördermöglichkeiten integrieren: Die Kombination aus Zuschüssen, Krediten und steuerlichen Instrumenten beeinflusst die Wirtschaftlichkeit erheblich und sollte früh in die Szenarienplanung einfließen.
  • Pilotprojekte definieren: Geeignete Teilbestände bieten Raum, serielle oder quartiersbezogene Ansätze zu erproben, um technische Konzepte zu validieren und Umsetzungserfahrungen zu bündeln.
  • Monitoring etablieren: Ein kontinuierliches Monitoring der energetischen und betrieblichen Kennzahlen stellt sicher, dass Zielwerte eingehalten und Anpassungen vorausschauend vorgenommen werden können.

Sie brauchen ein Sanierungskonzept für Ihren Bestand? Wir übernehmen das für Sie

&ENSA realisiert die energetische Sanierung von Wohngebäuden. Unser Team aus Energie-Effizienzexperten, erfahrenen Bauleitern, Architekten, Immobilienökonomen und Ingenieuren der technischen Gebäudeausrüstung begleitet Sie dabei, Ihre Wohnbestände datenbasiert zu optimieren und Ihre Investitionen nachhaltig abzusichern. 

Häufig gestellte Fragen zur energetischen Sanierung

Eine energetische Sanierung umfasst alle baulichen und technischen Maßnahmen, die den Energiebedarf eines Gebäudes senken und die Effizienz optimieren. Typische Handlungsfelder sind:

  • Gebäudehülle: Dämmung von Außenwänden, Dach und Kellerdecke sowie der Austausch veralteter Fenster und Türen
  • Heiztechnik: Umstellung auf erneuerbare Wärmeerzeugung, z. B. Wärmepumpen oder effiziente Wärmenetze
  • Gebäudetechnik: Optimierung der Wärmeverteilung inklusive hydraulischem Abgleich und moderner Regelungstechnik
  • Betrieb & Monitoring: Digitale Energiemessung zur laufenden Betriebsoptimierung

Für die energetische Sanierung stehen verschiedene bundesweite Programme zur Verfügung, die Investitionen gezielt unterstützen und wirtschaftliche Hürden senken. Besonders relevant sind die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) mit Zuschüssen für Einzelmaßnahmen über das BAFA und Krediten für Effizienzhaus-Sanierungen über die KfW. Ergänzend existieren steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten sowie regionale Programme der Bundesländer und Kommunen.

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) legt verschiedene Pflichten fest, die insbesondere Altbauten betreffen. Dazu gehören:

  • Austauschpflicht für alte Heizkessel, insbesondere Konstanttemperaturkessel über 30 Jahre (mit Ausnahmen für Niedertemperatur- und Brennwertkessel sowie bestimmte Eigentümer selbstgenutzter Ein- und Zweifamilienhäuser)
  • Dämmpflichten für ungedämmte oberste Geschossdecken
  • Effizienzanforderungen an Bauteile bei Sanierungsmaßnahmen (z. B. U-Werte)
  • 65-Prozent-EE-Vorgabe bei Heizungstausch im Rahmen der Wärmeplanung

Für Eigentümer bedeutet das, energetische Sanierung strategisch zu planen, um gesetzliche Anforderungen einzuhalten und Modernisierungen wirtschaftlich abzusichern.

Eine Sanierung gilt als energieeffizient, wenn sie den Energiebedarf des Gebäudes deutlich reduziert und festgelegte Effizienzstandards erreicht. Wichtige Kriterien sind:

  • Niedriger Heizwärmebedarf durch eine optimierte Gebäudehülle
  • Einsatz effizienter Anlagentechnik wie Wärmepumpen oder Wärmenetze
  • Geringe Systemtemperaturen und hydraulisch abgeglichene Wärmeverteilung
  • Messbare CO2-Einsparungen im Gebäudebetrieb
  • Erfüllung definierter Effizienzhaus-Klassen der KfW oder BEG-Standards

Bei Altbauten kommen spezifische Herausforderungen hinzu, die bei Neubauprojekten nicht in dieser Form auftreten. Besonders prägend sind heterogene Baustrukturen, begrenzte Eingriffsmöglichkeiten bei erhaltenswerter Bausubstanz oder Denkmalschutz und komplexe Wärmeverteilsysteme, die häufig hohe Vorlauftemperaturen benötigen. Hinzu kommen organisatorische Anforderungen, da viele Maßnahmen im bewohnten Gebäude umgesetzt werden müssen. Dadurch entstehen besondere Anforderungen an Logistik, Kommunikation und Bauzeiten.

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